23
Feb
2015

Kostenlose Sperrmüllentsorgung...

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bei den Genossen der Charlotte!

Am letzten Samstag den, 21.02.2015 startete die Charlotte eine Sperrmüllaktion für ihre lieben Mitglieder!

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Die Charlotte kündigte diese nutzenbringende Maßnahme folgendermaßen an: Kostenlose Sperrmüllentsorgung im Rahmen der Sanierungsmaßnahme. ...im Rahmen der Sanierungsmaßnahme möchten wir Ihnen folgenden Service anbieten ,...geben wir Ihnen die Möglichkeit, Ihren Sperrmüll und Elektroschrott aus den Kellerräumen zu entsorgen.

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Sondermüll - wie Farben, Lacke, Lösungsmittel und Autobatterien, waren von dieser Sperrmüllaktion ausgeschlossen, ließ die Charlotte ihre Mitglieder wissen.

Die Sperrmüllaktion wurde rege von den Mitgliedern genutzt! Mit den Mitgliedern mit denen wir vor Ort sprachen, waren diese ganz begeistert von der Aktion! Auch Mitglieder, in diesem Fall ältere Semester und Behinderte, die ihren Sperrmüll nicht so einfach mal eben entsorgen können, wurden, wie auch andere, vom Personal der Charlotte bei der Räumung vorbildlich unterstützt!

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Die von der Charlotte durchgeführte Spermüllaktion, fand an 4 Standorten gleichzeitig statt!

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Im Rahmen der Sanierungsabreiten an den Standorten, werden nun die Kelleräume in einen zeitgemäßen Zustand versetzt.

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Bei den von uns befragten, findet die geplante Kellersanierung großen Zuspruch!

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Eine überaus gelungene Aktion und Service der Charlotte.

Irgendwie war so eine Sperrmüllaktion doch auch bei uns "vollmundig" angekündigt worden. Scheinbar wird wohl daraus nichts, wie man so hörte.

Trotz aller Unkenrufen und Unmutsbekundungen darüber, wissen wir seit heute, dass es die angekündigten Sperrmülltage nun doch bei uns geben wird! Und das über 3 Tage hinweg. Eine sehr gute Sache, die sicher regen Zuspruch und Nutzung finden wird. Also, es geht doch auch bei uns!

22
Jan
2015

Übermächtige Allmächtige

Unruhige Zeiten für Vorstände von Wohnungsgenossenschaften

++Aktuell zum Thema lesen - unter LINKS : Mietpreistreiber Genossenschaft++

Es rumort in einigen Wohnungsgenossenschaften, Mitglieder artikulieren den Protest und organisieren sich gegen die Geschäftspolitik ihrer angestellten Vorstände und das, was diese im Namen der Mitglieder und entgegen der eigentlichen Interessen dieser, umsetzen wollen.

Profitorientierung und Profitstreben greift scheinbar auch in Wohnungsgenossenschaften immer mehr um sich. Vorstände von Wohnungsgenossenschaften geraten auf Abwege nach dem Streben zur eigenen Selbstverwirklichung. Vorstände als Treuhänder der Eigentümer, verselbstständigen sich immer mehr in ihrem Handeln, weit weg von ihren Mitgliedern. So lässt sich auch nur erklären mit welcher Selbstverständlichkeit diese dann ihren eigenen Plänen folgen und diese umsetzen. Die Folgen sind dann u.a., Mietpreissteigerungen, die für immer mehr Genossen immer schwerer oder gar nicht mehr zu schultern sind. Und Wohnungsgenossenschaften verlieren ihren eigentlichen Sinn und Charakter hin zu normalen profitorientierten Wohnungsunternehmen, die Wohnen als Ware sehen und behandeln.

Widerstand regt und formiert sich

In der letzten Woche trafen sich betroffene Mitglieder von 2 Berliner Wohnungsgenossenschaften, nämlich die der WBG Ideal Neukölln und die des Wohnungsbau - Vereins Neukölln (WBV )e.G., sowie Mitglieder der MieterInneninitiative FuldaWeichsel, das MieterEcho - die Mitgliederzeitung der Berliner Mietergemeinschaft und die Initiative Genossenschaft von unten. Thema der gemeinsamen Veranstaltung - Mietpreistreiberei in Wohnungsgenossenschaften?

Die Genossenschaftsmitglieder der WBG Ideal Neukölln und auch die Mitglieder des Wohnungsbau - Vereins Neukölln haben erhebliche Probleme mit der Geschäftspolitik ihrer Vorstände. Beide Wohnungsgenossenschaften planen hochpreisigen Wohnungsneubau. Fragt sich nur für wen? Und wer soll das bezahlen?

Erfreulich aus unserer Sicht ist, das sich überhaupt Widerstand regt, denn Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften sind nicht unbedingt dafür bekannt ihre Befindlichkeiten zu artikulieren und gegen "ihre" Vorstände und deren Geschäftspolitik aufzubegehren. MieterInnen von privaten Vermietern oder Gesellschaften können das allemal besser, was diese auch zeigen. Mit öffentlichen Protesten, Veranstaltungen und vielen Netzaktivitäten / Blogs. Da ist Bewegung, dass ist Bewegung! Bei den Mitgliedern von Genossenschaften dagegen herrscht eher Schlafmützigkeit aber auch Angst vor der eigenen Meinung und Zivilcourage. Wir Genossen können da von den "Privaten" noch viel lernen und sollten auch mehr in Widerstand machen als uns nur zu fügen!

"Es gibt keine genossenschaftliche Demokratie"

Wir als Genossenschaftsmitglieder von Wohnungsgenossenschaften müssen uns doch ernsthaft selbst fragen, wer und was wir überhaupt noch sind? Sind wir Mitglieder auch tatsächlich die Miteigentümer an der Wohnungsgenossenschaft? Und wenn wir die Miteigentümer sind, warum dürfen wir dann nichts selbst entscheiden? Und wenn man nichts selbst mitentscheiden darf und das andere für einen machen müssen, über das eigene Eigentum entscheiden, dann ist man doch eigentlich nicht mehr als ein Mündel. So üben die Vorstände die Vormundschaft über die Miteigentümer aus! (Vormundschaft bezeichnet die gesetzlich geregelte rechtliche Fürsorge für eine unmündige Person, der die eigene Geschäftsfähigkeit fehlt, sowie für das Vermögen dieser Person.) So ist die Lage der Genossenschaftsmitglieder in Deutschland zu sehen und das ist nicht ganz überspitzt!
Denn bis 1973 war das anders, der Mitgliederwille hatte ersten Rang! Die Vorstände waren an geschäftspolitische Weisungen der Generalversammlung gebunden. Mit der kleinen Novelle des Genossenschaftsgesetzes von 1973 war es dann damit vorbei. Die Vorstände wollten sich frei entfalten, so wie ihre Kollegen in der profitorientierten Immobilienwirtschaft und kamen meistens auch aus dieser, entgegen hinderlicher Mitgliederinteressen. So sind die Mitglieder von Genossenschaften ein notwendiges Übel, ein Störfaktor, dem man nicht zu viel freien Willen lassen darf. Genossenschaft als einen Hort von Demokratie und Mitbestimmung zu preisen, ist nichts weiter als Augenwischerei! Genossenschaft bildet so nur eine Parallelgesellschaft zur freien Bürgergesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Länder, Städte, Gemeinden, Kreise, Dörfer, rufen ihre Bürger dazu auf, aktiv mitzubestimmen, aktiv mitzumachen, sich einzubringen, abzustimmen zu vielen Fragen die sie und die Gemeinschaft dort betreffen! Und dort wo das nicht so gut klappt, die Bürgermeister, die Landespolitik etwas anderes möchte, als was eine Mehrheit der Bürger will oder für vernünftiger hält, da bilden freie Bürger Initiativen, Bürgerbewegungen- und Bündnisse, da finden Volksbegehren und Volksentscheide statt. Bestes Beispiel für den Bürgerwillen, war der Volksentscheid zur Zukunft des Tempelhofer Felds. Bürger können in einer Bürgergesellschaft eine Menge erreichen und mitbestimmen. Sie können wichtige Entscheidungen betreffend ihrer Stadt(-teil), Gemeinde, Region oder Dorf, entscheidend mitgestalten und mitprägen. Und das ist gar nicht so wenig! Das alles bietet eine sogenannte demokratische Genossenschaft nicht an! Solche Freiheiten sind in einer ach so demokratischen Genossenschaft nicht vorgesehen! Da wo in Wohnungsgenossenschaften von Mitgliedern nach mehr Demokratie gerufen wird, werden diese als Störer abgetan und am liebsten mundtot gemacht. Der Vermietermarkt ist da letztendlich doch der Ehrlichere! Der vermietet dir seine Wohnung und möchte ganz klar und offen nur dein Geld. Weiter nichts! Eine Wohnungsgenossenschaft lockt dazu mit genossenschaftlicher Ideologie und demokratischem Firlefanz, was sich bei genauerer Prüfung auf Herz und Nieren, letztendlich nur als Mogelpackung erweist!
Diese verhängnisvolle kleine Novelle von 1973 hat bis heute große Auswirkungen.

Das wurde und wird aber immer mehr zum Problem. Und diese Probleme haben sich schon lange über die Grenzen der Genossenschaften hinaus herumgesprochen. In die Politik, bis ins Bundesjustizministerium, hinein in die wissenschaftliche genossenschaftliche Forschung bis hin in alle möglichen relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Gruppierungen. So erscheint es doch und wird vielerorts anerkannt, das dieser Allmachtsanspruch der Vorstände gegenüber den Mitgliedern von Genossenschaften, letztendlich viel zu weit geht und so nicht ewig aufrechterhalten werden kann und darf.

Vorstände haben Angst vor ihren Mitgliedern

Der Vorsitzende des Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens, Jan Kuhnert, sagte dazu auf dem Eröffnungspodium des Forum Solidarische Ökonomie in Kassel:" Es gibt keine genossenschaftliche Demokratie. Wir haben eine repräsentative Demokratie in der Genossenschaft. ... Da haben die Genossenschaftsvorstände Angst vor Ihren Mitgliedern. Weil die Demokratie fehlt, haben sie in ihrer Selbstlegitimation ein Problem". Er führte weiter aus, dass Genossenschaften mehr Transparenz und eine Stärkung der Mitgliederrechte bräuchten.

Bundesjustizministerium

Auch das Bundesjustizministerium hat sich 2013 der Frage zugewandt, wie es denn um das Mitspracherecht der Miteigentümer in Genossenschaften bestellt ist, auch dort ist die Mitgliederproblematik angekommen, dass die Mitglieder von Genossenschaften so gut wie gar nichts zu sagen oder zu entscheiden haben.

Das Bundesjustizministerium äußerte daher im März 2013:" Das Bundesjustizministerium erwäge, die Vorstände von Genossenschaften wieder an die Beschlüsse der Generalversammlung zu binden."

Wie weit diese Erwägung im Bundesjustizministerium gediehen ist, ist uns noch nicht bekannt. Aber auch das Engagement von Bürgern und Genossenschaftsmitgliedern könnte helfen, die Mitgliederrechte zu stärken. Deshalb immer wieder seine Wahlkreisabgeordneten bzw, die Bundestagsabgeordneten damit konfrontieren und auffordern etwas zu unternehmen, für ein Mehr an Rechten von Genossenschaftsmitgliedern.

Eigene Interessenvertretung gründen!

Mitglieder von Genossenschaften haben keine Vertretung, keine Lobby, in diesem Land, wenn es um ihre Rechte geht!
Die Genossenschaftsverbände aller Couleur vertreten die genossenschaftlichen Unternehmen und deren Vorstände. Das einzelne Genossenschaftsmitglied mit seinen Anliegen, findet jedoch in diesen Genossenschaftsverbänden kein Gehör, mit dem Hinweis, für Mitglieder von Genossenschaften sei man nicht zuständig. Na, das ist ja ganz toll! Aber das Geld, wovon diese Genossenschaftsverbände leben, das nimmt man gern und das kommt von den einzelnen Mitgliedern in den jeweiligen Genossenschaften, wo das jeweilige genossenschaftliche Unternehmen Mitglied des Verbandes ist.

Mitglieder von Genossenschaften haben keine keine Vertretung, keinen Verband, gar nichts!
Wie kann das sein? Bei über 19 Millionen Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland in über 7.500 genossenschaftlichen Unternehmen.
Auf der Seite von Anteilseignern bei Aktiengesellschaften (AG), gibt es zum Beispiel die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger oder den Dachverband Kritischer Aktionäre. Also Interessenvertreter derjenigen, die Miteigentümer am Unternehmen sind, so wie auch wir Miteigentümer an unseren genossenschaftlichen Unternehmen sind. Die Interessenvertretungen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger und die der Kritischen Aktionäre u.a., haben in der Vergangenheit den Vorständen, auch denen der deutschen Top - Wirtschaft, so manches mal sehr empfindlich zugesetzt. So eine Interessenvertretung wünschte man sich auch im Hinblick auf die Vorstände genossenschaftlicher Unternehmen.

Genossenschaftsmitglieder in Deutschland benötigen ihre eigene Interessenvertretung, gegenüber den Verbänden, Vorständen, Politik und der Gesellschaft. Zur Stärkung ihrer Stellung als Miteigentümer, für mehr Mitspracherechte an ihrem Miteigentum, Abschaffung des § 27 GenG, einer grundsätzlichen Überarbeitung des GenG von 1889, für mehr Demokratie und Menschlichkeit, Fortentwicklung der genossenschaftlichen Kultur und so weiter.

Wer ist die Genossenschaft? Das sind die Mitglieder der Genossenschaften, nicht ihre angestellten Vorstände.
Weg vom ICH der Vorstände, hin zum WIR der Genossenschaftsmitglieder!
Alle Macht den wahren Eigentümern!